Regulierung des Kohlenstoffmarktes in Brasilien: Was sich mit dem SBCE und dem Gesetz 15.042/2024 ändert

Im Dezember 2024 hat Brasilien einen historischen Schritt getan: Die Verabschiedung des Gesetzes 15.042/2024, das das brasilianische Emissionshandelssystem für Treibhausgase (SBCE) schafft. Nach jahrelangen Debatten und ausstehenden Gesetzesentwürfen verfügt das Land nun endlich über einen rechtlichen Rahmen für seinen regulierten Kohlenstoffmarkt.
Wie der SBCE funktioniert
Das System wird dem Cap-and-Trade-Modell folgen: Die Regierung legt eine Emissionsgrenze für regulierte Sektoren fest und verteilt (oder versteigert) Emissionszertifikate – die sogenannten brasilianischen Emissionsquoten (CBEs). Unternehmen, die unter dem Limit emittieren, können den Überschuss verkaufen; diejenigen, die es überschreiten, müssen Quoten oder anerkannte Kohlenstoffzertifikate kaufen.
Betroffene Sektoren in der Anfangsphase
Die Umsetzung erfolgt schrittweise. Zu den prioritären Sektoren gehören Energie, Zementindustrie, Stahlindustrie, Chemie, Papier und Zellstoff sowie der inländische Flugverkehr – die für einen Großteil der industriellen Emissionen des Landes verantwortlich sind.
Die Rolle freiwilliger Gutschriften
Das Gesetz sieht die Möglichkeit vor, Gutschriften aus dem freiwilligen Markt (mit Grenzen und Qualitätskriterien) zur teilweisen Erfüllung regulatorischer Verpflichtungen zu verwenden. Dies schafft eine Brücke zwischen den beiden Märkten und valorisiert bereits zertifizierte hochwertige Projekte.
Wie man sich jetzt vorbereitet
Unabhängig vom Sektor ist der erste Schritt ein robustes und aktualisiertes GHG-Inventar. Unternehmen, die ihre Emissionen bereits präzise erfasst haben, werden einen enormen regulatorischen und Wettbewerbsvorteil haben, wenn der SBCE vollständig in Betrieb genommen wird. Domani begleitet diesen Übergang bereits mit Lösungen für Inventarisierung, Emissionsmanagement und Zugang zum Kohlenstoffmarkt.

